Webshop rechtliche Aspekte

Der rechtliche Aspekt beim Webshop

Welche rechtlichen Aspekte sollten beachtet werden, wenn Sie einen Webshop eröffnen wollen? Einen Einblick können Sie im Folgenden erhalten.

Webshop Rechtliche AspekteIch möchte Ihnen hier nichts vormachen. Was das Rechtliche angeht, gibt es zu viele Fälle, die falsch laufen können. Daher würde ich mir hier nicht herausnehmen und Ihnen sagen, was Sie machen müssen oder nicht. Hier möchte ich Sie für das Thema sensibilisieren. Bis jetzt ist es mir bei jedem Kunden passiert, dass das Rechtliche überhaupt nicht wahrgenommen wurde. Teilweise herrscht hier oft die Meinung, „ich kopiere die Texte von einer anderen Seite“ oder „ich nehme die Bilder aus der Google-Bilder-Suche“. Sie können sich nicht vorstellen, wie schnell und wie teuer eine Abmahnung sein kann.

Kommen wir zum Wichtigsten zuerst:

Bevor der erste Kunde etwas bei Ihnen bestellen darf, sind Sie gesetzlich dazu verpflichtet, Ihre Kunden ausreichend über Ihr Unternehmen, die Preise für die Artikel, die Folgen des Kaufes, den Widerruf und die Lieferzeit zu informieren.

Wenn Sie das nicht tun, riskieren Sie eine Abmahnung von einem Mitbewerber. Wenn es ums Verkaufen geht, ist jeder Ihr Mitbewerber. Es gibt Anwaltskanzleien, die sich auf dieses Geschäftsfeld spezialisiert haben. Diese Anwaltskanzleien haben spezielle Software, die nur nach rechtlichen Fehlern in Webshops suchen, um diese dann abzumahnen. Ich bin bereits von einer Anwaltskanzlei abgemahnt worden, wo das Unternehmen, dass Sie vertraten, nur auf dem Papier bestand. Die Eintragung war so darauf ausgelegt, dass Sie fast jedes Geschäftsfeld abdeckte.

Vorsicht beim Unterschreiben einer Abmahnung

Versuchen Sie alles zu vermeiden, eine Abmahnung zu unterschreiben. Gehen Sie niemals damit leichtfertig um. Lassen Sie sich auf jeden Fall rechtlich beraten. Es geht hier nicht um die vier- oder fünfhundert Euro, die Sie bezahlen müssen, sondern es geht um die Kosten, die Sie erhalten können, wenn Sie gegen die Abmahnung verstoßen, die Sie unterschrieben haben. Dann sind es nicht ein paar hundert Euro, sondern mehrere tausend Euro. Dagegen können Sie nicht mehr vorgehen, wenn Sie einmal mit Ihrer Unterschrift den Fehler bestätigt haben. Egal, ob er berechtigt war oder nicht!

Welche Rechtstexte müssen in einem Webshop hinterlegt werden?

Es kommt immer darauf an, was Sie verkaufen und wie Sie die Ware versenden. Hier müssen Sie sich beraten lassen oder einen der vielen Anbieter, die sich darauf spezialisiert haben, in Anspruch nehmen.

Grundsätzlich benötigen Sie:

 

  • Impressum
  • AGBs
  • Widerrufstext
  • Widerrufsformular
  • Datenschutzerklärung
  • Versandkosten und Zahlungsmöglichkeiten

Wenn Sie Artikel mit Batteriebetrieb haben, benötigen Sie den rechtlichen Hinweistext zur Batterie-Entsorgung.

Diese Texte müssen den Kunden jederzeit frei zugänglich sein. Es reicht hier nicht, dieses kurz vor der Bestellbestätigung dem Kunden zur Verfügung zu stellen. Darüber hinaus müssen Sie bei jeder Bestellung dem Kunden Ihre AGBs und den Widerrufstext zusenden.

Weitere rechtliche Aspekte für einen Webshop

Der Bestellbutton, der eine Bestellung auslöst, muss eindeutig gekennzeichnet sein. Wie die Kennzeichnung im genauen aussehen muss, da lassen Sie sich lieber beraten. Leider gibt es hierzu immer noch nichts Eindeutiges. Der Kunde muss aber auf dem Button erkennen, dass er hier jetzt etwas bestellt, wie zum Beispiel „kostenpflichtig bestellen“ oder „Jetzt kaufen“.

Seien Sie vorsichtig, wenn es um Siegel, Zertifikate, Testergebnisse oder sonstiges geht, was ein Artikel für den Kunden interessanter machen könnte. Behaupten Sie nie etwas, was nicht stimmt und geben Sie es nur an, wenn es eindeutig ist.

Richtige Angaben der Lieferzeiten! Sie dürfen keine unterschiedlichen Angaben von Lieferzeiten angeben. Die müssen überall gleich und eindeutig sein. Sie können zum Beispiel nicht auf Ihrer Webseite unter „Versand u. Lieferzeiten“ durchschnittlich 1-2 Tage Liefertage angeben und beim Artikel 3-4 Liefertage.

Wie kann ich mich rechtlich absichern?

Die gute Nachricht ist, dass Sie es können. Sie müssen sich nur entscheiden, wie viel Arbeit und Geld Sie investieren möchten.

Individuell absichern durch einen eigenen Anwalt

Mittlerweile gibt es viele Anwälte, sogar direkt vor Ort bei Ihnen, die sich auf Internet-Recht spezialisiert haben. Machen Sie einen Termin und lassen sie sich individuell beraten und geben Sie gegebenenfalls den Auftrag, die Rechtstexte erstellen zu lassen. Der Nachteil an diesem Vorgehen ist, dass es nicht gerade günstig ist. Es kostet Ihnen schnell mehrere hundert Euro. Dafür hätten Sie jedoch jemanden vor Ort, der ganz auf Ihre Bedürfnisse eingeht.

Absichern durch einen Anbieter

Wenn Sie „normale“ Artikel verkaufen möchten und keine individuelle Vorgehensweise haben, könnte Ihnen einer der vielen Anbieter, die sich auf die Rechtssicherheit von Webshops spezialisiert haben, ausreichen. Hier haben Sie den Vorteil, das die Kosten nicht sehr hoch sind, teilweise bereits ab zehn Euro pro Monat, und Sie erhalten hier direkt viele Informationen aus einer Hand. Sämtliche Rechtstexte können Sie direkt dort herunterladen.

Sie müssen hier jedoch beachten, dass Sie vorher einen Fragebogen richtig und korrekt ausfüllen müssen. Wenn das Fall ist, dann übernimmt der Anbieter die Verantwortung für die Richtigkeit der Texte. Sollten Sie dennoch später eine Abmahnung erhalten, übernimmt der Anbieter die Kosten.

Zusammenfassung über Webshop-Rechtliches

Wie Sie sehen, müssen viele rechtlichen Aspekte bei der Erstellung eines Webshops beachtet werden. Das, was ich Ihnen hier aufgezeigt habe, ist nur ein Ausschnitt über das, was Sie alles beachten müssen. Normalerweise können Sie das nicht alles berücksichtigen, daher lassen Sich beraten oder nehmen Sie einen von den vielen Anbieter, die sich darauf spezialisiert haben, in Anspruch.

 

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